Menschenrechte für Whanganui River in Neuseeland

Haben Sie schon mal von einem Fluss gehört, der die gleichen Rechte hat wie der Mensch? Vermutlich nicht, denn in Neuseeland wurde dem allerersten Fluss der Welt der gleiche juristische Status wie dem Menschen zugesprochen. Es handelt sich dabei um den Whanganui-Fluss auf der Nordinsel Neuseelands. Nach fast 150 Verhandlungsjahren hat der Maori-Fluss jetzt die gleichen Rechte, Pflichten und die gleiche Verantwortung wie die Neuseeländer. Der Fluss hat seine eigene juristische Identität.
Längster Rechtsstreit
Der Maori-Stamm der Whanganui Iwi, der den Fluss Te Awa Tupua nennt, hat seit 1870 für den neuen juristischen Status des Flusses gekämpft. Er hat sich für die Anerkennung seiner Verbindung zu dem Fluss eingesetzt. Für uns klingt dies vielleicht ein bisschen seltsam, doch der Maori-Stamm betrachtet den Fluss als lebenden Vorfahren und damit als Lebewesen.
Mit der endgültigen Entscheidung wurde der längste Gerichtsprozess in der Geschichte Neuseelands beendet.

Maori-Kulturen glauben an die beseelte Natur

Der Rechtsstreit um den Whanganui River hielt seit 1870 an
Der neue Status des Flusses
Doch was bedeutet nun der neue Status des Flusses eigentlich genau? Es wird nicht mehr unterschieden, ob dem Fluss oder dem Maori-Stamm Schaden zugefügt wird. Rechtlich betrachtet sind der Fluss und der Maori-Stamm also ein- und dasselbe. Außerdem bekommt der Fluss zwei Treuhänder. Dabei handelt es sich um einen Vertreter des Maori-Stammes der Whanganui Iwi und einen Vertreter der neuseeländischen Regierung.
Die Regierung Neuseelands stellt 30 Millionen Dollar für einen neu eingerichteten Fonds zur Verfügung. Dieser soll für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Flusses sorgen.

Der Whanganui River und der Maori-Stamm der Whanganui Iwi besitzen den selben Menschenrechtsstatus
Über den Whanganui River
Der Whanganui River ist 290 Kilometer lang und ist damit der drittlängste Fluss Neuseelands. Durch Hügel und Wälder schlängelt er sich vom Tongariro National Park bis zum Tasmanischen Meer an der Westküste. Aufgrund seiner 239 Stromschnellen ist der Fluss bei Kajakfahrern sehr beliebt. Die Kanutouren führen durch die Wildnis und vorbei an den alten Maori-Siedlungen.
Wussten Sie, dass der Whanganui River nicht die einzige Naturerscheinung ist, die die gleichen Rechte wie der Mensch besitzt? Seit 2014 hat auch der Te-Urewera-Nationalpark auf der Nordinsel Neuseelands dieselben Persönlichkeitsrechte wie ein Mensch.

Neuseelands drittgrößter Fluss ist ein beliebtes Ausflugsziel

Auch der Te-Urewera-Nationalpark hat die selben Persönlichkeitsrechte wie ein Mensch inne





